Illustration: Tine Fetz

Ich will kein Zeichen setzen

Publiziert am 17. Mai 2016 in mediji, politika.

Wenn ich auf Demos, politische Kundgebungen oder Veranstaltungen gehe, höre ich immer wieder, dass es an der Zeit wäre, „klare Zeichen gegen Rechts zu setzen“ und „aufmerksam hinzusehen“ wenn gesellschaftliche Missstände herrschen.

Aber ehrlich gesagt habe ich diese bürgerliche Zuseh-Rhetorik satt.

Was genau bringt es den Bewohner*innen eines brennenden Geflüchtetenheimes, wenn ich „aufmerksam“ bin und „nicht wegsehe“? Wie hilft es der in der Öffentlichkeit belästigten Frau mit Kopftuch, wenn ich „hellhörig“ bleibe, was die ihr entgegen geschleuderten Rassismen angeht? Inwiefern werden Transpersonen weniger diskriminiert, wenn ich still und ruhig „auf der Hut bleibe“, was Misgendering und Harassment angeht?

Ich will keine Zeichen mehr setzen, ich will nicht zusehen müssen. Ich will, wir müssen etwas tun. Mehr dazu in meiner ganz frischen Kolumne auf missy-mag.de.

Illustration: Tine Fetz

Olja Alvir